Schreiben als ethischer Prozess von Würde

Helen Hockauf erhält für ihre Masterarbeit in Ethik der Textkulturen mit dem Titel „Die Präsentation von Flüchtlingen in der zeitgenössischen Literatur“ den Förderpreis für Interkulturelle Studien 2017. Der Studiengang gratuliert ihr an dieser Stelle herzlich!

Der mit 1500 Euro dotierte Preis wurde ihr am 4. Juli 2017 im Goldenen Saal des Rathauses Augsburg überreicht. Verliehen wird die Auszeichnung von der Universität Augsburg gemeinsam mit der Stadt Augsburg sowie dem Augsburger „Forum Interkulturelles Lernen und Leben (FILL) e.V.“.

Helen Hockauf geht in ihrer Arbeit der Frage nach, wie Geflüchtete durch den Prozess des Schreibens ihre Würde wiederherstellen können. Schreiben werde dabei zur Strategie, aus den Demütigungen und den Zuschreibungen auszubrechen, die Geflüchteten entgegengebracht werden. Außerdem ermögliche es den Menschen, sich wieder als politische Subjekte zu begreifen und zu zeigen.

Im Rahmen ihrer Arbeit untersucht Helen Hockauf  drei Texte. Darunter ist die 2010 veröffentlichte Auto-Ethnografie des Iraners Sharam Khosravi, der in den 1980er Jahren vor den Islamisten nach Schweden geflohen ist und mittlerweile Professor für Anthropologie ist. Daneben geht sie auf Emmanuel Mbolelas autobiographische Erzählung „Mein Weg vom Kongo nach Europa“ ein. Außerdem bezieht sie die Reportage des deutschen Journalisten Wolfgang Bauer in ihre Untersuchung ein, welcher Syrer auf ihrem Weg über das Mittelmeer nach Europa begleitet hat. Betreut worden ist die Masterarbeit von Prof. Dr. Stephanie Waldow.

 
„Ich mag es, mich in neue Themen einzudenken - die interdisziplinären Seminare des Studiengangs und die Möglichkeit, eigene Projekte einzubringen, waren genau das Richtige für mich.“
Eva Rösch, Alumna des Studiengangs
 


Copyright: Ethik der Textkulturen, Universität Augsburg, Universität Erlangen, 2012