Infoveranstaltung in Augsburg

Für alle, die sich über den Studiengang „Ethik der Textkulturen“ informieren möchten, findet in Augsburg (Raum D1006)
am Donnerstag, den 12. Juni 2018 von 13.15 Uhr bis 14.00 Uhr eine Infoveranstaltung statt. Dabei besteht die Möglichkeit
zum Austausch mit Dozierenden und Studierenden des Studiengangs zu den Themen Bewerbung, Studium und Perspektiven.

 

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen!

Siri Hustvedt liest aus ihrem neuen Roman „THEN“

Samstag. 09.06. 2018, 19:00 Uhr

Auditorium des Zentrums für Kunst und Musik

Universitätsstraße 26, Gebäude G, 86159 Augsburg

Es lädt ein:

der Lehrstuhl für Amerikanistik der Universität Augsburg und der Studiengang Ethik der Textkulturen mit Unterstützung durch die Bayerische Amerika-Akademie

Der Eintritt ist frei.

 

Thea Dorn über den „Zauberberg“ und Thomas Manns geistigen Wandel zum „Zivilisationsliteraten“

 

Nach Uwe Timm, Wolfgang Frühwald und Uwe Tellkamp hält Thea Dorn den diesjährigen Augsburger Zauberberg-Vortrag.

Dienstag, 05.06.2018, 19:00 Uhr, im Rokokosaal der Regierung von Schwaben, Fronhof 10, Augsburg.

Der Eintritt ist frei.

 

Plakat

Pressemeldung

Rhetorik-Workshop Augsburg, 10.–12.11.2017

 

»Eine Rede ist wie eine Liebesaffäre: Jeder Dummkopf kann damit anfangen.
Sie zu Ende zu bringen, erfordert einige Geschicklichkeit.«
Marcello Malpighi

Wie trete ich bei Vorträgen vor Publikum auf?
Wie gestalte und strukturiere ich eine Rede?
Wie setze ich meine Stimme ein, um kompetent und überzeugend zu wirken?
Um diese und andere rhetorische Fähigkeiten ging es beim Rhetorik-Workshop, den der Studiengang Ethik der Textkulturen vom 10.–12.11.2017 in Augsburg unter der Leitung von Coach Patrick Lang veranstaltete.
Workshop-Leiter Lang bietet seit etwa 20 Jahren solche Kurse an. Mit geübtem Blick stellte er zu Beginn des Workshops anhand von einminütigen Vorträgen unsere rhetorischen Schwächen fest und machte es sich zum Ziel, die wichtigsten davon im Laufe des Wochenendes zu verbessern.

Deine Rede beginnt schon, bevor Du sprichst: dann, wenn Du vor das Publikum trittst.
Beginne Deine Rede nicht mit »Heute spreche ich über …«, sondern hau‘ gleich einen raus, um die Aufmerksamkeit auf Dich zu ziehen.
Wenn Du keine Frage stellst, geh am Ende des Satzes mit der Stimme nach unten. – Mach auch mal ‘ne Pause. – – – Und vor allem: v a r i i e r e  DeInE STIMME sonstredestDunurmonotondahinundalleschlafeneinguteNacht
Tipps wie diese, die Lang uns anhand unterhaltsamer Beispiele vermittelte, übten wir stets ausführlich ein. Gelernt wurde fast spielerisch: Barack Obama vor dem deutschen Bundestag, Bundestrainer Jogi Löw in der Halbzeitpause des WM-Finales, Tim Cook bei der Präsentation des neuen iPhones – in diese Rollen durften wir schlüpfen, darin aus uns herausgehen und so über uns hinauswachsen.

Durch die vielen praktischen Übungen waren am Ende des Seminars bei uns TeilnehmerInnen deutliche Verbesserungen in den verschiedenen rhetorischen Aspekten zu sehen – zu sehen, denn die letzte Übung stellte eine gefilmte Rede (3 Min.) mit anschließender Video-Analyse dar. Das eben eingesetzte rhetorische Stilmittel Anadiplose (»zu sehen – zu sehen«, eine unmittelbare Wiederholung) hatten wir LiteraturwissenschaftlerInnen freilich vorher schon gekannt. Allerdings (fast) nur rezeptiv und unbewusst produktiv, und nicht, wie jetzt, auch bewusst produktiv.
Wer noch nie eine Videoaufzeichnung von sich selbst gesehen hat: Gemeinhin nehmen wir uns als sehr viel kompetenter und ruhiger wahr, als wir uns beim Sprechen vor Publikum fühlen mögen. Probiert’s es, dann gspürt’s es!

»Könnte ich noch einmal zur Universität gehen, würde ich mich auf zwei Ziele konzentrieren:
Das Schreiben und die Rede vor Publikum. Es gibt nichts Wichtigeres im Leben als
die Fähigkeit, effizient zu kommunizieren.«
Gerald R. Ford

Andreas Lugauer

Politische Literatur: Debatten, Begriffe, Aktualität (4.–7.10.2017, Erlangen)

Tagungsbericht

Resümiert man die poetologischen und literaturwissenschaftlichen Debatten über den Begriff der ›politischen Literatur‹, wie sie im Grunde seit dem 19. Jahrhundert – mit verschiedenen Stoßrichtungen und in diversen Hochkonjunkturen der Diskussion – geführt wurden, so lässt sich eine dichotomische Struktur feststellen. Seit der Sattelzeit (Schiller, Goethe) – und bis zu Sartre, Adorno oder Enzensberger – dominiert eine oftmals polemische Entgegensetzung von ›ästhetischer Autonomie‹ und ›Engagement‹, von ›reiner Kunst‹ und ›Tendenzliteratur‹, von Poesie und Politik den Diskurs. Diese bestimmenden ›Leitdifferenzen‹ wurden bereits in der systemtheoretischen Analyse hervorgehoben. Andererseits hat es immer wieder Ansätze gegeben, die einer solchen Oppositionsbildung programmatisch entgegenzuwirken suchten – von der romantischen ›progressiven Universalpoesie‹ über Benjamins ›Haltung‹ und Brechts ›Eingreifendem Denken‹ bis zur Dichtung nach 1945 (Bachmann, Eich, Christa Wolf) und zeitgenössischen Autoren wie Juli Zeh, Kathrin Röggla, Christian Kracht oder der subversiven Netzliteratur.

Die Wiederaufnahme der Diskussion auf der Tagung ›Politische Literatur‹, die vom 4.–7. Oktober 2017 in Erlangen stattfand, hat gezeigt, dass eine dichotomisierende Konzeption des Gegenstands nicht weiterführt und letztlich nicht haltbar ist. Vor allem ist deutlich geworden, dass ein politischer Impetus der Literatur sich nicht unbedingt (allein) in einer inhaltlichen Fokussierung oder einer programmatischen Positionierung der Texte zeigt, sondern sich oftmals mittels einer Arbeit an der Sprache, einer diskurskritischen Verfahrensweise oder subversiver Strukturen präsentiert. Beide Dimensionen können sich dabei durchdringen, müssen es aber nicht zwangsläufig.

Um eine angemessene Erfassung des Gegenstandes ›politische Literatur‹ zu ermöglichen, bedarf es keiner grundsätzlich kategorialen, sondern vor allem einer heuristischen Systematisierung. Sie unterscheidet zwischen verschiedenen (gegebenenfalls dominanten) Möglichkeiten einer politischen Ausrichtung von Literatur, ohne dass dabei andere Dimensionen ausgeschlossen würden.

Mittels systematisch-theoretischer wie auch historischer Beiträge wurde im Rahmen der Tagung sowohl eine Revision des Begriffs ›politische Literatur‹ ermöglicht, wie auch poetologische Konzeptionierungen und literaturwissenschaftliche Modellierungen des Feldes in den Blick genommen wurden. Ziel war es, einen grundlegenden Beitrag zur kritischen Bestandsaufnahme der bisherigen Forschung, zur aktualisierten Fundierung und zur definitorischen Neuverortung des Begriffs ›politische Literatur‹ zu leisten.

Will man in der literaturwissenschaftlichen Analyse nicht nur die inhaltliche Auseinandersetzung, sondern auch die ästhetischen Verfahrensweisen und die Wirkungsdimensionen politischer Literatur als wichtige Faktoren mit einbeziehen, so lassen sich – wie die Beiträge der Tagung deutlich gemacht haben – vier, lediglich heuristisch zu unterscheidende und sich immer wieder durchdringende Perspektiven bzw. Akzentuierungen  ausmachen, die das Politische als Reflexionsraum der Literatur in den Blick nehmen:

Die systematisch-theoretische Reflexion muss hierbei – auch das ein wesentlicher Erkenntnisgewinn der Tagung – stets die historische Kontextualisierung der literarischen Texte und gleichermaßen ihrer theoretisch-poetologischen Reflexion berücksichtigen. Vor diesem Hintergrund wurde außerdem die Notwendigkeit einer kritischen Auseinandersetzung mit der politischen Perspektivierung literaturwissenschaftlicher Modellbildung und Geschichtsschreibung deutlich.

Die Beiträge und Diskussionen der Tagung werden in einem Tagungsband publiziert, dessen Erscheinen für 2018 im Metzler Verlag geplant ist.

Prof. Dr. Christine Lubkoll, Dr. Manuel Illi, Anna Hampel

Das Tagungsprogramm ist hier einsehbar: [klick].