Ethik der Rezeption. Autoren lesen Autoren. Marbach Exkursion

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach beherbergt die privaten Arbeitsbibliotheken zahlreicher namhafter Schriftsteller und Intellektueller des 20. Jahrhunderts. Anhand von Annotationen, Bucheinlagen etc. lassen sich daher auf einzigartige Weise Rezeptionsprozesse nachvollziehen und Wissensgebiete erschließen, die wiederum maßgeblichen Anteil an der Produktion ihrer Folgetexte hatten. Das Seminar stellte drei Autoren, die die Literatur und Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts maßgeblich beeinflusst haben, und ihre Bibliotheken in den Mittelpunkt seiner Betrachtung: Kurt Pinthus, der mit seiner Anthologie Menschheitsdämmerung der Strömung des Expressionismus ihre Kontur gegeben hat; Siegfried Kracauer, der das geistige Leben der Weimarer Republik mit Kritiken politisch-ästhetisch und philosophisch reflektiert hat; Paul Celan, der sowohl mit seiner eigenen Dichtung als auch mit seinen Übersetzungen die literarische Landschaft bis heute prägt.

In drei Arbeitsgruppen wurde vor Ort im Literaturarchiv Marbach den unterschiedlichen Verfahrensweisen im Umgang mit den ‚Stimmen der Anderen‘ nachgespürt, die sich sowohl in den Arbeitsbibliotheken dieser Autoren als auch in ihren eigenen Texten manifestieren. Sie reichen von Prozessen der Affirmation und Inspiration bis hin zu umfassender Aneignung und Dekonstruktion. An die Offenlegung dieser Verfahrensweisen und an einmalige Einblicke in das Literaturarchiv schloß sich ein Gespräch darüber an, inwiefern dieser Umgang mit dem kulturellen Gedächtnis den Vorläufertexten und deren Produzenten wie Franz Kafka, Nelly Sachs, Walter Benjamin, Theodor W. Adorno u. a. aus ethischer Perspektive gerecht wird. Die Ergebnisse finden sie in Form dreier Essays zu einschlägigen Autoren festgehalten:

Alexander Laska, Mattias Höhnl und Maximilian Korn zu [Paul Celan].

Stephanie Forristall zu [Siegfrid Kracauer].

Philip Krömer und Joseph Reinthaler zu [Kurt Pinthus].


Exkursionsbericht: Interdisziplinäre Studienreise des Studiengangs Ethik der Textkulturen (09.-16.09.2013)

Temeswar und das Banat: Deutsche Sprache und Literatur in einem interkulturellen Grenzraum

11 Studierende aus Augsburg und Erlangen begaben sich Anfang September 2013 zusammen mit Eva Spanier, Heike Krebs, Johannes Sift und Prof. Dr. Wolfram Bublitz auf Spurensuche nach Rumänien. Im Zentrum dieser Exkursion stand die Frage, wie  interkulturelles, interlinguales, interethnisches und interreligiöses Zusammenleben in einem multikulturellen und multilingualen Raum wie dem Banat mit seiner Hauptstadt Temeswar (rum. Timişoara, ung. Temesvár) funktionieren kann. Der besondere Fokus des Interesses lag dabei immer auf der Position der deutschen Sprache und Kultur in dieser Region.

Ausführlicher Exkursionsbericht von Ludwig Schubach: Exkursionsbericht Schubach

Bericht über „Linguistic Landscape“ in Temeswar von Ulrike Epple: Linguistic Landscape Temeswar

 

Gruppenbild Temeswar


„Ethos des Verstehens? Positionen der Hermeneutik“

Das Seminar der Augsburger Studierenden hinterfragte auf interdisziplinärer Ebene die Selbstverständlichkeit der kommunikativen Grundkompetenz des Verstehens.
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„Eingreifendes´Denken“  – ein Hauptseminar und Onlineprojekt

Das interdisziplinäre Hauptseminar fand unter der Leitung von Alexandra Böhm (Neuere deutsche Literaturwissenschaft) und Mark Schönleben (Philosophie, „Ethik der Textkulturen“) statt. Es wurde unter dem Titel „Eingreifendes Denken – Wertebildung und Kritik in Literatur und Philosophie“ an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg im Wintersemester 2008/2009 für Studierende der Germanistik, der Philosophie und des interdisziplinären Studiengangs „Ethik der Textkulturen“ des Elitenetzwerks Bayern angeboten.
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Copyright: Ethik der Textkulturen, Universität Augsburg, Universität Erlangen, 2012