Herzliche Einladung zur Informationsveranstaltung des Masterstudiengangs »Ethik der Textkulturen«

Tag: Di, 15.01.2019
Zeit: 13.15 Uhr
Ort: Raum D 1006 (Universitätsstr. 10)

Dabei besteht die Möglichkeit zum Austausch mit Dozierenden und Studierenden des Studiengangs zu den Themen Bewerbung, Studium und Perspektiven.

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an den Studiengangskoordinator Julian Werlitz (julian.werlitz@phil.uni-augsburg.de).

(Eine Anmeldung zur Infoveranstaltung ist nicht erforderlich.)

 

Wie freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Tagung »An den Schnittstellen von Fakt und Fiktion. Formen und Funktionen dokufiktionalen Erzählens in der Gegenwart«

Do., 07.–Sa., 09.11.2019, Erlangen

Prof. Dr. Christine Lubkoll / Dr. Agnes Bidmon

 

Trotz oder vielleicht gerade aufgrund der mittlerweile inflationären Rede von einem ›postfaktischen Zeitalter‹ lässt sich in jüngster Vergangenheit in unterschiedlichsten Diskursen ein immenser Wirklichkeitshunger beobachten, der als Gegenbewegung zum weit verbreiteten Gefühl einer sich zunehmend entziehenden und brüchigen Realität verstanden werden kann. Dieser neue Drang nach Wirklichkeit hat mittlerweile auch im Diskursfeld der Künste und ihren fiktionalen Spielformen Einzug gehalten.

Dementsprechend werden seit einigen Jahren vermehrt erzählerische Formate bereitgestellt, um auf diese Bedürfnislage zu reagieren. So haben gegenwärtig Kinofilme oder TV-Produktionen, TV- oder Web-Serien, literarische Texte oder Theaterinszenierungen und nicht zuletzt PC-Spiele Hochkonjunktur, die zugleich referenziell und konstruktiv verfahren, indem sie durch das Einmontieren von authentischem Videomaterial, Interviewsequenzen, Egodokumenten, Fotos, Zeitungsberichten, Original-Akten etc. in eine fiktionale Erzählumgebung eine sichtbare Verschränkung von dokumentarischen Darstellungsweisen und fiktionalen Erzählformen vornehmen und ein Brückenschlag in die nicht-fiktionale Wirklichkeit erfolgt.

Die Formen der Verschränkung der Kategorien ›Fakt‹ und ›Fiktion‹ wie auch die Funktionalisierungen des dokufiktionalen Erzählens sind dabei ebenso vielgestaltig wie heterogen. Sie reichen vom Versuch einer tatsächlichen Annäherung an eine zeitlich oder räumlich entfernte und dadurch unerreichbare Wirklichkeit über den Versuch des Auslotens der Grenzen der Kategorien ›Fakt‹ und ›Fiktion‹ bis hin zum bewussten Verwischen bzw. Auflösen jeglicher Grenzlinien.

Aufgrund der Vielfalt der Erscheinungsformen ist der in unterschiedlichen medialen Kontexten immer virulenter werdende Begriff der Dokufiktion bzw. des dokufiktionalen Erzählens daher aktuell fast zwangsläufig noch mit einer semantischen Unschärfe verbunden, die es zu beheben gilt. Vor diesem Hintergrund verfolgt die interdisziplinäre Tagung das Ziel, durch eine systematische Arbeit am Begriff sowie die Erprobung von medientheoretischen, erzählethischen und kulturwissenschaftlichen Analysekategorien eine Präzisierung bzw. Konturierung des Forschungsfeldes vorzunehmen.

Von Studierenden für Studierende:

Gastvortrag von Michael Begun (Fordham University, New York):
»›Sich selbst… an den Haaren ins Dasein zu ziehen‹: Über Judith Butlers Nietzschelektüre«

20.12.2018, 16 Uhr, C202

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ABSTRACT
In ihrer »Kritik der ethischen Gewalt« wendet sich Judith Butler Nietzsche zu, um die Frage nach der Rolle der Moral bei der Hervorbringung des Subjekts zu stellen. Eine ähnliche (vielleicht sogar dieselbe) Frage hat Butler schon in zwei früheren Texten ebenfalls mit Anlehnung an Nietzsche gestellt (»Gender Trouble I.V, ›Gender, Sex and the Metaphysics of Substance‹« und im zweiten Kapitel von »The Psychic Life of Power«: »Circuits of Bad Conscience: Nietzsche and Freud«). In diesem Vortrag wird Michael Begun Butlers Nietzsche-Lektüre kritischer untersuchen, um ihre Frage nach der moralischen Autonomie im Subjektivierungsprozess bei Nietzsche noch genauer zu klären.

REFERENT
Michael Begun (M.A. und M. Phil) ist zur Zeit Doktorand an der Fordham University, wo er unter Dr. Babette Babich (Studien über u.a. Nietzsche, Heidegger, Adorno und Hölderlin sowie Ästhetik, Musik, Wissenschaft und Technologie) seine Doktorarbeit verfasst. Seine aktuellen Lehrveranstaltungen tragen die Titel »Philosophy of Human Nature« (Einleitung in die Philosophie) und »Philosophical Ethics« (Einleitung in die Normative Ethik für fortgeschrittene BachelorstudentInnen). Im nächsten Semester folgt eine Lehrveranstaltung zum Thema »Logical Thinking« (Einleitung in die Argumentationstheorie). Michael Begun hat 2010 am Fordham College Lincoln Center seinen Bachelorabschluss in Philosophie in cursu honorum summa cuma laude erhalten.

 

 

 

VERANSTALTUNGSREIHE
Im Wintersemester 2018/19 wurde vom Masterstudiengang »Ethik der Textkulturen« ein freiwilliger Lektürekreis initiiert. Gelesen wird seit Semesterbeginn Judith Butlers »Kritik der ethischen Gewalt« (engl. »Giving an Account of Oneself«, Fordham University Press, New York 2005). Michael Beguns Vortrag stellt nicht nur für die TeilnehmerInnen des Lektürekreises, sondern auch für NietzscheanerInnen, Butler-ExegetInnen und für all jene, die am Thema Interesse haben einen großen Gewinn dar: In vielen ihrer Texte referiert Judith Butler auf Nietzsche und macht ihn fruchtbar für ihre Theorien zur Subjektkonstituierung. Der Vortrag unterzieht eben diese Auseinandersetzung einer kritischen Re-Lektüre.

[Bildquelle Michael Begun: https://0.academia-photos.com/7006872/10436247/18965440/s200_michael.begun.jpeg]

Infoveranstaltung in Augsburg

Für alle, die sich über den Studiengang „Ethik der Textkulturen“ informieren möchten, findet in Augsburg (Raum D1006)
am Mittwoch, den 12. Dezember 2018 von 13.15 Uhr bis 14.00 Uhr eine Infoveranstaltung statt. Dabei besteht die Möglichkeit
zum Austausch mit Dozierenden und Studierenden des Studiengangs zu den Themen Bewerbung, Studium und Perspektiven.

 

Alle Interessent*innen sind herzlich eingeladen!

„Augsburger Mozart-Lecture“ –
Felicitas Hoppe spricht über Mozart: „Dann wird die Erde ein Himmelreich“

 

Am Dienstag, den 13. November 2018 um 19.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Rokokosaal der Regierung von Schwaben, Fronhof, 86152 Augsburg

Der Eintritt ist frei.

Am 7. Dezember 2016 eröffnete die Schriftstellerin Jenny Erpenbeck die mit Unterstützung der Kurt-Bösch-Stiftung von Prof. Dr. Mathias Mayer neu ins Leben gerufene Reihe „Augsburger Mozart lecture“. In dieser Reihe suchen Personen des öffentlichen Lebens in kreativer Form die Auseinandersetzung mit Mozarts Werk und seiner Bedeutung, denn – so Mayer: „Unter allen Komponisten hat Mozart das reichhaltigste Echo in der Form von Texten gefunden: Ob es Schriftsteller sind – wie Goethe, Hoffmann, Mörike, Hildesheimer -, Philosophen -wie Kierkegaard oder Adorno -, Theologen oder Soziologen: Die Resonanzen Mozarts sind so vielfältig und lebendig, dass sie auch in Zukunft eine Fortsetzung finden dürften. “ Dem Maßstab der mit der Vortragenden der ersten Augsburger Mozart lecture, wird in diesem Jahr die Schriftstellerin Felicitas Hoppe gerecht. Musikalische Umrahmung durch die Musica Annensis.

Es lädt ein: der Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft mit freundlicher Unterstützung der Stadt Augsburg und der Kurt-Bösch-Stiftung.