Porträtkonzert
mit Stücken von
Joseph Boulogne – dem „schwarzen Mozart“
Eine Identitätssuche zwischen Klassik und Karibik

Do., 5.12.2019 | 19.00 Uhr
Hugenottenkirche, Bahnhofplatz 3, Erlangen

 

Joseph Boulogne, Chevalier de Saint-Georges (1745–1799) wurde auf Guadeloupe als Sohn eines französischen Edelmanns und einer Sklavin geboren. Er genoss, als Liebling des Vaters, eine klassische Ausbildung in Paris, lernte Fechten, Reiten und das Violinspiel. In all diesen Disziplinen brachte er es zu Höchstleistungen – er galt bald als Geigenvirtuose und brillianter Fechtmeister. In der Pariser Gesellschaft wurde er zwar Dank seiner Künste zu einem kleinen Ereignis, dennoch ließ ihn das weiße Paris stets spüren, dass er als „Mulatte“, trotz all seiner Vorzüge, kein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft war.

Als Komponist gilt Boulogne als Vorbild für Mozart, sogar Einflüsse auf Beethoven werden ihm nachgesagt. Dennoch ist Boulogne nie in den Kanon der klassischen Musik aufgenommen worden. Klavier- und Kammermusik gespielt und gesungen von Lou Denès (Sopran), Katharina Jungwirt (Violine) und Christoph Orendi (Klavier).

Mit Texten gelesen von Timo Sestu.

Der Abend wird eingeleitet mit einer Einführung von Prof. Dr.
Christine Lubkoll, Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur mit
historischem Schwerpunkt.

 
„Das Eigene muß so gut gelernt sein wie das Fremde.“
Hölderlin an Böhlendorff, 4. Dezember 1801
 


Copyright: Ethik der Textkulturen, Universität Augsburg, Universität Erlangen, 2012